Die Nordfriesen verlieren mit 8:10 nach Elfmeterschießen gegen die U23 des SV Todesfelde und müssen jetzt dem Regionalligisten SC Weiche Flensburg 08 die Daumen drücken.
Der SV Dörpum hat die Relegation zur Fußball-Landesliga gegen den SV Todesfelde II verloren. Nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel verloren die Nordfriesen zu Hause vor 352 Zuschauern in einem völlig verrückten Spiel nach 90 Minuten mit 4:5 (2:4). Danach musste das Elfmeterschießen über Verbleib in der Landesliga oder den Abstieg in die Verbandsliga entscheiden. Auch das verlor Dörpum mit 4:5.
Hoffen auf Weicher Klassenerhalt
Ein Strohhalm bleibt Dörpum allerdings noch: Da sich Hannover 96 II im Elfmeterschießen gegen Würzburg den Aufstieg in die 3. Liga sicherte, kann der SC Weiche Flensburg 08 sich in der Relegation gegen den TuS Bersebrück den Verbleib in der Regionalliga Nord sichern – und dann bliebe auch Dörpum in der Landesliga.
Aber davon wollte Serdar Iskender in seinem letzten Spiel auf der SV-Bank nicht wissen. Er war, wie auch seine Spieler, tief enttäuscht über die Niederlage. „Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben und es dem Glück und Zufall überlassen. Wir hätten es vorher entscheiden können und müssen. Aber die Jungs haben gekämpft und wirklich alles gegeben. Ich mache keinem einen Vorwurf, der einen Elfmeter verschossen hat“, zollte er seinen Jungs hohe Anerkennung.
Dabei hatte eigentlich alles nach einem grandiosen Saisonfinale für Dörpum ausgesehen. Nach Flanke von Malte Johannsen hatte Simon Bahnsen (6.) den Ball noch gegen die Latte geköpft, aber nur vier Minuten später war Henrik Möllgaard nach einer Ecke erfolgreich und köpfte zum 1:0 (10.) ein. Die spielerisch stärkeren Todesfelder schüttelten sich kurz und kamen dann auf Betriebstemperatur.
Nach einem Schuss von Thies Wittern konnte Torhüter Stefan Hansen den Ball nicht festhalten, und Manuel Carvalho traf zum 1:1 (32.). Die Dörpumer Abwehr geriet danach ins Taumeln. Nach einer Ecke traf Dennis Studt per Kopf zum 1:2 (36.) und erhöhte wenig später auf 1:3 (40.). Nachdem dann auch noch Julian Holz nach einer weiteren Ecke zum 1:4 (43.) getroffen hatte, schienen die Nordfriesen endgültig am Boden. Aber Henrik Möllgaard ließ die Platzherren mit seinem tollen Kopfball zum 2:4 (45.+2) wieder hoffen.
Nach der Pause brachte Henrik Möllgaard mit dem 3:4 (59.) Dörpum zurück ins Spiel. Aber nur drei Minuten später wurde ein Ausflug von Stefan Hansen außerhalb des Strafraums bestraft, Studt traf aus 30 Metern zum 3:5 (63.) ins verwaiste Tor. An Dramatik war das Spiel nicht zu überbieten. Nach einem Kopfball von Henrik Möllgaard, den Helmer noch parieren konnte, traf Momme Petersen im Nachschuss zum erlösenden 4:5 (73.).
Möllgaard vergibt Elfmeter
Die Emotionen auf und außerhalb des Spielfeldes waren jetzt auf dem Siedepunkt. Gästetorhüter Helmer foulte den frei vor ihm auftauchen Simon Bahnsen derart hart, dass er die Rote Karte (76.) sah. Zusätzlich gab es den Strafstoß. Henrik Möllgaard trat an zum Matchball – und schoss den Ball über das Tor. Dörpum gab in Überzahl noch einmal alles, aber Malte Johannsen (81.) traf nur das Außennetz.
Von diesen beiden Teams hatte keines den Abstieg verdient. Aber es musste eine Entscheidung fallen – im Elfmeterschießen. Und dort hatten die Gäste mit 5:4 die Nase vorn, wobei ausgerechnet der Ersatztorhüter Jan Malte Skubowius für Todesfelde zum Helden wurde. Erst traf er per Strafstoß zum 5:4 und parierte anschließend den letzten Dörpumer Elfmeter.
Statistik
SV Dörpum: Hansen - Helge Johannsen (46. Freiberg), Lasse Möllgaard, Peretzke, Ebsen - Momme Petersen, Henrik Möllgaard, Schickedanz (90.+2 Adomeit), Bahnsen - Malte Johannsen, Borchardt.
Schiedsrichter: Per Christian Roloff.
Zuschauer: 352.
Tore: 1:0 (10.) Henrik Möllgaard, 1:1 (32.) Manuel Carvalho, 1:2 (36.) und 1:3 (40.) Dennis Studt, 1:4 (43.) Julian Holz, 2:4 (45.+2) und 3:4 (59.) Henrik Möllgaard, 3:5 (63.) Studt, 4:5 (73.) Momme Petersen.
Rote Karte: Torwart Lukas Helmer (76.) wegen harten Foulspiels.
Beste Spieler: Henrik Möllgaard, Borchardt, Bahnsen.










